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Türkische Seifenopern – Gut als Sprachtraining, aber irgendwie…

Heute habe ich sehr viel Zeit damit verbracht, auf TRT Seifenopern zu gucken. Für Türkischlernende sehr praktisch ist, dass man die ganze TRT-Senderfamilie im Internet offiziell streamen kann. Natürlich ist das nicht immer leicht verständlich, aber man hört sich nach einer Weile rein. Dann, denke ich, ist es besonders gut für die Entwicklung der eigenen umgangssprachlichen Fähigkeiten.

Was mir aber neben dem positiven Lerneffekt aufgefallen ist: In diesen Seifenopern gibt es immer lange Sequenzen, in denen die meist beiden, meist männlichen und weiblichen Hauptfiguren dabei gezeigt werden, wie sie „Gefühle haben“. Manchmal positiv, aber häufiger negativ. Es geht aber nicht um extreme Gefühle, niemand muss dabei weinen oder ähnliches. Bei zengin kız fakir oğlan beispielsweise (ein auch für den Anfänger fast selbsterklärender Titel) gab es gerade den in jeder Folge obligatorisch auftretenden Rückschlag für die junge Liebe. Der Vater verbietet die Hochzeit, indem er sie an die Bedingung knüpft, dass der fakir oğlan vorher ein Haus kauft. Danach saßen die titelgebenden Figuren in ihren jeweiligen Zimmern und waren einfach traurig, so ungefähr drei Minuten lang. Dazu Traurigmusik. Oh Mann. Vielleicht gibt es das ja in deutschen Seifenopern auch und ich sehe hier Besonderheiten, wo keine sind. Aber ich kenne keine deutschen Seifenopern. Vielleicht sollte ich mir vergleichshalber welche ansehen.

Außerdem scheint gerade (oder schon immer?) im Trend zu liegen, dass man die Figuren denken hören kann, also ständig voice overs vorkommen. Bei der Serie beni böyle sev scheint das sogar eine Hauptzutat zu sein. In der Folge, die ich gesehen habe, hat die Hauptfigur fast vor jedem ihrer Dialoge erstmal laut nachgedacht (und dann das Gegenteil von dem gesagt, was sie dachte – wie crazy!). Außerdem sehr theatroesk: Wenn beispielsweise sechs Personen in einem Raum sitzen, können zwei von ihnen miteinander „heimlich“ (aber seltsamerweise in normaler Zimmerlautstärke) reden, ohne dass die anderen es mitkriegen, um ihre Gedanken und meist bösen Pläne auszutauschen.

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